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Wie Studioaufnahmen ablaufen

Im folgenden Beispiel möchte eine Band einen ihrer gut eingeübten Songs im Studio aufnehmen. Die Besetzung besteht aus Schlagzeug, E-Bass, E-Gitarre, Keyboard, Saxophon, Lead-Gesang und Backing-Vocals.

Aufnahme-Phase Outboard-Gear

  1. Zunächst wird das Tempo inkl. etwaiger Tempi- und Taktwechsel für den Song festgelegt und dieser Ablauf in der DAW vorprogrammiert. Eine Rhythmusspur aus der DAW mit einem dem Song möglichst nahe kommenden Groove dient als Metronom. Diese Einspielhilfe bekommt der Drummer während der Aufnahme zur Orientierung auf seinen Kopfhörer gemischt.
    Die Rhythmusspuren bestehend aus Drums, Bass und Rhythmusgitarre können im Prinzip gemeinsam eingespielt werden, da drei getrennte Räume zur Verfügung stehen. So sind die Aufnahmespuren der drei Musiker frei von Übersprechgeräuschen der jeweils anderen Instrumente. Die Verständigung der Akteure untereinander geschieht visuell über die Sichtverbindungen zwischen den Räumen und akustisch über Kopfhörer. Im Falle von Spielfehlern kann man das Instrument an der betreffenden Stelle neu aufnehmen und mit dem zuvor aufgenommenen Material unhörbar verbinden.

  2. Sind alle Rhythmusspuren perfekt, spielt der Keyboarder seine Parts dazu ein. Hierfür reicht es aus, anstatt des Keyboard-Audiosignals lediglich dessen Tastenanschläge in Form von MIDI-Daten auf dem PC aufzuzeichnen. Die großen Vorteile dieser Methode bestehen darin, daß Spielfehler sehr einfach durch Korrekturen in den MIDI-Informationen am Computer ausgemerzt werden können und man bei MIDI-Spuren außerdem auch nach der Aufnahme noch jederzeit bestimmen kann, mit welchem Klang sie gerade abgespielt werden sollen.

  3. Als nächster spielt der Saxophonist seine Spur(en) ein.

  4. Nun folgt das wichtigste bei den meisten Songs: Der Lead-Gesang. Zusätzlich zu einer ersten Gesangsspur wird auf einer weiteren Spur ein zweiter Durchgang eingesungen (Doppelung). Leise zur ersten Spur hinzugemischt ergibt sich ein sehr prägnanter Sound.

  5. Zwei Bandmitglieder singen schließlich gemeinsam in zwei Durchgängen die beiden Backingspuren ein. Im Ergebnis sind vier Stimmen zu hören (zwei links, zwei rechts).

Mixdown-Phase Outboard-EQs

Nachdem sämtliche Fehler korrigiert wurden, ist die Aufnahmephase abgeschlossen und die Abmischung (Mixdown) kann beginnen. Während des Mixdowns werden für jede aufgenommene Spur individuelle Klang- und Effekteinstellungen ausgetüftelt (Pegel, EQ, Dynamics, Pan, Effekte). Es können darüber hinaus virtuelle (vom Computer generierte und sehr realistisch klingende) Instrumente, Samples oder Geräusche in den Songablauf integriert werden.

Wenn der "statische Mix" steht, folgt das Einrichten der dynamischen Automation. Im Prinzip kann jede Misch-Einstellung automatisiert werden, also zum Beispiel Pegelveränderungen, um ein Instrument während eines Solos hervorzuheben oder auch der klassische Fade-Out am Ende eines Songs, aber auch Panorama, Klangeinstellungen, Effekparameter und sogar dynamische Veränderungen an externen Geräten.

Im Unterschied zu vielen anderen Studios wird der Endmix bei AudioWorld nicht im Rechner ("in-the-box") sondern mittels eines analogen Mischpultes erstellt ("out-of-the-box"). Hierzu werden die digital bearbeiteten Audiotracks mit ihrem ursprünglichen Pegel über ein Mehrkanal-Interface vom Rechner in einen SSL Sigma geleitet und dort analog gemischt. Die analogen Fader des Sigma können dabei komfortabel aus der DAW heraus automatisiert werden. Digitale Summierung ist zwar theoretisch nah an der Perfektion, jedoch wird der resultierende Klang zumeist als leblos und langweilig empfunden. Analoge Summierungsschaltungen - zumindest die vom Kaliber eines Sigma - haben sich hingegen seit den 70er Jahren bei den größten Hits bewährt und halten auch in Zeiten leistungsfähiger digitaler Software-Simulationen immer noch mühelos jedem Vergleich stand, wenn es um ein lebendigeres Klangbild mit mehr Wucht, Wärme und räumlicher Tiefe geht.

Während des Mixdowns in den SSL-Summierer wird zumeist nochmals vom hochwertigen analogen Outboard-Gear Gebrauch gemacht. Im Anschluß an die Erstellung der vorläufigen Mischung geht man in die Mastering-Phase über, bei der aus dem schon gut klingenden Rohmix mittels kreativem Mastering ein radiotauglicher Endmix entsteht.


Mastering-Phase

Der Begriff Mastering hat zwei Bedeutungen: Live-Aufnahme Schloss Burg

  1. Als "kreatives" Mastering bezeichnet man die Bearbeitung einer Stereomischung mit speziellen Prozessoren. Hier werden ggf. EQ, Dynamics, Stereobreite, spektrale Zusammensetzung und vor allem der Endpegel der rohen Songmischung optimiert und auf CD- bzw. Radio-Niveau gebracht. Der "rohe" Summenmix erhält hier den letzten Schliff. Viele der gerade aufgezählten Mastering-Bearbeitungen erfolgen bei uns nicht digital in Form von Plugin-Ketten in der Summe der Audiosoftware sondern mit Hilfe der entsprechenden analogen Originalgeräte unmittelbar hinter dem SSL-Mischpult! Guter Klang wird bei uns also nicht nur digital simuliert und so bleibt das Summensignal dann auch extrem hochauflösend und voller analoger Wärme.

    Die Auswirkungen des kreativen Masterings auf einen Rohmix sind bisweilen recht tiefgreifend. Sie werden sich daher kaum vorstellen können, wie Ihr Rohmix denn wohl fertig gemastert klingen wird. Um Ihnen gleichwohl eine klare Vorstellung davon zu geben, werden bei AudioWorld Mixdown und Mastering praktischerweise einfach gleichzeitig durchgeführt. Sie hören dabei immer schon gleich das fertig analog gemasterte Signal. Bei Bedarf kann immer noch jederzeit auf den Rohmix umgeschaltet werden. Nur durch diese gleichzeitige Bearbeitung haben Sie tatsächlich eine konkrete Vorstellung von den weitreichenden klanglichen Auswirkungen des Masterings und es ist jederzeit sehr einfach möglich, in sämtliche Mischeinstellungen der Einzelspuren einzugreifen, sollte das Mastering es erfordern. Dies ist bei einer Bearbeitung in einem externen Masteringstudio so nicht möglich. Stellt sich dort heraus, daß Änderungen am Mix notwendig sind, ist der Aufwand zur Erstellung einer neuen Mischung ungleich größer.

    Das gleichzeitige Mischen und Mastern sorgt also für eindeutige und sofort nachvollziehbare Ergebnisse und spart mehrere Arbeitsgänge. Eleganterweise kann man während des Masterings selbstverständlich jederzeit A/B-Vergleiche mit geeigneten Referenzsongs machen, um Unterschiede anzugleichen.

  2. Das "technische" Mastering schließt sich an das kreative Mastering an und beschreibt den Vorgang, bei dem die klanglich fix und fertig bearbeiteten Stereofiles aller Stücke mittels geeigneter Software in das vorgeschriebene Format für die endgültige Audio-CD gebracht werden. Hierbei werden u. a. die Positionen der Trackmarker festgelegt und die Übergänge der Titel angepasst, sämtliche Signalpausen sauber ein- und ausgeblendet sowie eine einheitliche "Album-Lautstärke" eingestellt.
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Letzter Arbeitsschritt ist das Brennen einer Audio-CD. Sollte eine CD-Pressung geplant sein, erstellen wir Ihnen ein entsprechendes DDP-Master. DDP (Disc Description Protocoll) ist ein Format, in dem man dem Presswerk eine garantiert fehlerfreie Pressvorlage zukommen lassen kann. Mehr Infos zum DDP-Format.